Tragende Wand entfernen: Ablauf und Stahlträger-Einbau im Altbau
Kleine, dunkle Räume waren gestern. Der Trend geht zum offenen Wohnkonzept: Die Küche verschmilzt mit dem Wohnzimmer, Licht durchflutet das gesamte Erdgeschoss. Doch wer im Altbau in Altenkirchen und Westerwald einfach zum Vorschlaghammer greift, riskiert im schlimmsten Fall den Einsturz des Hauses.
Die Gefahr: Tragend oder nur eine Trennwand?
Nicht jede Wand lässt sich problemlos einreißen. Während Trockenbauwände oder dünne Bimssteinwände (oft 11,5 cm stark) meist nicht-tragend sind, übernehmen Wände ab 17,5 cm Dicke oder Wände, auf denen Holzbalkendecken aufliegen, eine wichtige statische Funktion. Sie tragen die Lasten des Daches und der oberen Stockwerke ab oder "steifen" das Gebäude gegen Windlasten aus.
Wichtig: Verlassen Sie sich nie auf Schätzungen! Die Beurteilung, ob eine Wand tragend ist, und die Berechnung des Ersatz-Stahlträgers (Profilart, Dimension, Auflagerbreite) obliegt zwingend einem zertifizierten Statiker.
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Der professionelle Ablauf eines Wanddurchbruchs
Ein Wanddurchbruch ist Millimeterarbeit und erfordert schweres Gerät sowie statisches Verständnis. Als Experten für Kernsanierungen im Westerwald führen wir Durchbrüche nach folgendem, sicheren Schema durch:
- 1. Staubschutz und Abkleben: Bevor der erste Stein fällt, errichten wir staubdichte Schleusen und Folienwände, um den restlichen Wohnraum vor dem feinen Mauerstaub zu schützen.
- 2. Fachgerechtes Abstützen: Die Decke wird beidseitig der Wand mit Schwerlast-Sprießen (Baustützen) und Kanthölzern gesichert. Die Last des Hauses ruht nun komplett auf unseren Stützen.
- 3. Schneiden statt hämmern: Die Wand wird nicht blind eingerissen, sondern mit einem speziellen Nassschneider oder einer Diamantsäge staubarm eingeschnitten. So vermeiden wir Risse im verbleibenden Mauerwerk.
- 4. Träger einheben & untermörteln: Der berechnete Stahlträger (oft mehrere hundert Kilo schwer) wird millimetergenau mit Hebewerkzeugen platziert. Die Auflageflächen werden mit quellfähigem Spezialmörtel (Quellmörtel) kraftschlüssig verschlossen.
- 5. Brandschutzverkleidung: Stahl verliert bei Hitze (Brandfall) schnell seine Tragkraft. Deshalb verkleiden wir den Träger abschließend im Trockenbauverfahren mit speziellen Brandschutzplatten (z.B. F90).
Vorsicht vor dem Heimwerker-Irrtum!
"Wir werden oft zu Baustellen gerufen, bei denen Hausbesitzer die Wand schon halb eingerissen haben und die Decke plötzlich nachgibt, weil die Rüststützen falsch platziert wurden. Wenn die Decke sich auch nur um einen Zentimeter senkt, entstehen massive Risse in den oberen Stockwerken. Ein Wanddurchbruch ist kein DIY-Projekt. Gehen Sie auf Nummer sicher und beauftragen Sie Profis." – Tobias Wall
Alles aus einer Hand: Von Abbruch bis zum feinen Putz
Ein Wanddurchbruch hinterlässt immer "Wunden" im Haus: Der Fußboden ist unterbrochen, an den Wänden fehlt Putz, und der Träger muss optisch ansprechend verkleidet werden. Bei WallWerk erhalten Sie nicht nur den rohen Durchbruch, sondern auf Wunsch den kompletten Innenausbau in Altenkirchen und Westerwald. Wir schließen die Bodenlücken, verputzen die Laibungen und übergeben Ihnen einen malerfertigen Raum.
Planen Sie eine größere Renovierung? Informieren Sie sich auch gerne in unserem Leitfaden über die Kosten einer kompletten Kernsanierung.
FAQ – Wanddurchbruch & Stahlträger
Ja, zwingend. Sobald eine tragende oder aussteifende Wand entfernt wird, greifen Sie in die Statik des Hauses ein. Ein Tragwerksplaner muss berechnen, welche Dimension der benötigte Stahlträger (z. B. HEB oder IPE) haben muss und wie breit die Auflager sein müssen.
Ein Abbruch erzeugt naturgemäß viel Staub. Als Profis errichten wir vor dem Durchbruch jedoch spezielle Staubschutzwände und arbeiten mit Unterdruck-Luftreinigern, sodass der restliche Wohnraum sauber bleibt.
In der Regel dauern die reinen Arbeiten (Abstützen, Schneiden, Abbruch, Trägereinbau und untermörteln) etwa 2 bis 3 Tage. Danach muss der Mörtel am Auflager aushärten, bevor die Stützen entfernt und der Träger verkleidet werden kann.